"Den Weg der Stimme gehen..."  

Stimme und Selbsterfahrung

 

"Was deine Stimme mir sagt..."

                                                   "Die eigene Stimme finden"

                                                                                                  "Stimme darüber hinaus..."

                                                 (Aktuelle Termine und Anmeldung siehe Seite Aktuelles)

Die Seminarreihe „Den Weg der Stimme gehen“ beschreitet einen Entwicklungsweg der Stimme, der von Selbsterfah-rung (Seminar 1:„Was deine Stimme mir sagt…“) über intensive Stimmarbeit (Seminar 2:„Die eigene Stimme finden“) bis zum freien Gebrauch der Stimme in Improvisation, spirituellem und heilendem Singen (Seminar 3:„Stimme darüber hinaus…“) reicht. Der Dreiklang „Wahrnehmen – Verändern – Gebrauchen“ ist jedoch auch fester Bestandteil jedes einzelnen Seminars, mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung. Die Seminarreihe „Den Weg der Stimme gehen“ betrachtet die menschliche Stimme als Medium zur Entwicklung der gesamten Persönlichkeit und zielt sowohl auf eine Optimierung des Stimmgebrauchs wie auf Wachtum und Befreiung der eigentlichen Identität ab . Die Methoden dabei sind vielfältig. Sie reichen von traditioneller Stimmarbeit, Sprecherziehung, Körper- und Atemübungen über Improvisation und szenisches Spiel bis zu Zen-Meditation, Phantasiereisen, lösenden Sätzen und gestalttherapeutischer Arbeit (s. Methodenbeschreibung unter Seminarleiter). Alle gegebenen Impulse sind dabei als Angebote zu Erfahrung und Veränderung zu verstehen. Die Teilnehmer und der persönliche Kontakt entscheiden, auf welchen Weg sich der Mensch mit seiner Stimme dann vornehmlich machen möchte. Dabei steht die Freude am Stimmausdruck und dem gemeinsamen Prozess im Vordergrund. Das Singen in der Gruppe und die geteilten Erfahrungen von persönlicher Stimmbefreiung schaffen dabei einen Raum von Vertrauen und Wertschätzung. So ist es für jeden Teilnehmer möglich, individuelle Impulse zu erhalten und seinen persönlichen Weg der Stimme zu finden und zu gehen. Die Kurse bauen aufeinander auf, sind aber auch ohne Vorkenntnisse in beliebiger Reihenfolge belegbar.

 

Ausführliche Beschreibung der Seminare  

1. „Was deine Stimme mir sagt…“ - Stimme, Spiegel unserer Seele

Wie gebrauche ich meine Stimme? Was „stimmt“ in ihr und was manchmal nicht? Wie wirkt sie auf andere und welche Botschaft sendet sie aus? Unsere Stimme ist Ausdruck unserer eigenen, unverwechselbaren Persönlichkeit. Gemeinsam betrachten wir die Herkunft und Prägungen unserer Stimmen. Wir üben, auf ihre „emotionale Melodie“ zu hören, und auf das, was dahinter steht. Wir wenden uns dem zu, was uns stimmlich heiler und vollständiger machen kann, was unsere Stimme braucht, um authentisch und in Resonanz zu sein. Für Menschen, die beruflich mit ihrer Stimme arbeiten und bewusster mit ihr umgehen möchten - oder sich und die eigene „Stimm-Persönlichkeit“ besser kennen lernen und erweitern wollen. Selbsterfahrung, Stimm-, Atem- und Körperübungen, Gruppenarbeit, Einzelarbeit in der Gruppe, Phantasiereise, Zen-Meditation und Gesang (leichte internationale Lieder, Talent und Notenkenntnisse nicht erforderlich). Bitte eine Decke mitbringen.

Wie kaum ein anderes Medium ist die Stimme des Menschen unmittelbarer Ausdruck seiner Persönlichkeit. Der Mensch „ereignet sich“ in seiner Stimme – und dies ist ein Produkt aus zahlreichen Komponenten. Die Länge der Stimmbänder, die Größe von Körper und Resonanzräumen beeinflussen es ebenso wie der erlernte und gewohnheitsmäßige Gebrauch von Körper, Atem und unserer elementaren Lebensenergie. Durch die Stimme zeigt sich unser momentaner Seelenzustand, unsere „Stimmung“ ebenso wie die grundsätzliche Gestimmtheit unserer Seele, unser „Temperament“ und unsere Mitteilungs- und Gestaltungsfähigkeit. Die Klangvariationen einer und derselben Stimme können also beträchtlich sein. Unbewusst merkt jeder, ob er mit sich selbst und seiner Stimme „im Lot“ ist oder nicht. Meist ist ein präsenter, freier Stimmauftritt mit Freude, Selbstbewusstsein und Ich-Stärke verbunden. Ein misslungener hingegen – etwa spannungslos, genuschelt oder gestottert - ist nicht selten von Scham begleitet, dem Sich-nicht-zeigen-Wollen eines verletzlichen, unstabilen Anteils in uns. So lebt die ganze menschliche Subjektivität in unseren Stimmen und entsprechend gefärbt ist die Wahrnehmung derselben. Wer hat z. B. noch nicht erfahren, dass er sich von einer Stimme magisch angezogen fühlte oder dass er seine eigene Stimme, von einem Tonband aufgenommen, kaum wieder erkennen konnte und sie sogar sehr ungern gehört hat? Für den, der zu hören geübt ist, sagt die Art und Weise, wie jemand spricht, mehr über ihn aus als alles, was er inhaltlich über sich sagen mag. „Ein Klang sagt mehr als tausend Worte“, könnte man überspitzt formulieren. Wenn man die Wahrnehmung dieser Zwischentöne verfeinert, ist es möglich, über die Stimme tief in einen Menschen hineinzuhören. Und dies ist nicht nur ein neuer Zugang zu Anderen, sondern auch eine große Chance von Selbst-Erfahrung. Hört man mit Respekt und Einfühlung - und ist der Andere bereit, sich für einen Kontakt auf dieser Ebene zu öffnen -, kann sich ein überaus fruchtbarer Raum für Bewusstwerdung und Wachstum auftun – und zwar genau in dieser Reihenfolge. Denn vor einer wirklichen Veränderung muss erst die Wahrnehmung und Anerkennung von dem stehen, was da ist. Oft sind es verdrängte schwierige Erfahrungen und unbewusste innere Glaubenssätze, die unser Selbstbild und damit unseren Stimmgebrauch begrenzen und unsere Resonanz und Ausstrahlung klein machen. Diese manifestieren sich im gesamten Menschen, in Körper, Atem, Seele, Geist. Wenn wir uns dieser Prägungen bewusst werden und den „Kleinmachern“ in uns eine gute, lösende Antwort entgegenstellen, wenn wir den verkümmerten Seelenanteilen das geben, was sie zum Aufblühen und Erklingen brauchen, kann die Befreiung eines bislang verborgenen inneren Klanges geschehen. Die Tiefe der Seele kann sich „äußern“, da sie in ihrer Ganzheit schwingt und in Resonanz ist, die gesamte Präsenz unserer Persönlichkeit nimmt zu.

In dem Kurs „Was deine Stimme mir sagt…“. werden sich die Teilnehmer durch eine ausführliche Erforschung der eigenen stimmlichen Prägungen ihrer Stimm-Persönlichkeit mit allen stabilen und unstabilen Anteilen bewusst. Jeder Teilnehmer stellt sich im Laufe des Seminars in einer Einzelarbeit dann mit den Ergebnissen seiner Stimmerforschung vor. Die Anderen bilden dabei einen “Akustischen Spiegel“. Sie werden angeleitet, auf die verschiedenen Parameter des Stimmklangs (Stärke, Höhe, Sprechtempo, Atem- und Körpergebrauch etc.) zu achten und geben dann eine beschreibende, nicht wertende Rückmeldung zum Klang der Stimme und der Sprechweise der Person. So erwirbt jeder eine vertiefte Fähigkeit, die „emotionale Melodie“ (das, was die Art und Weise des Sprechens unabhängig vom Inhalt des Gesprochenen über den Sprechenden aussagt) einer Stimme zu hören und zu beschreiben. Danach folgt die individuelle Arbeit mit dem Kursleiter, ja nach Bedarf und Bereitschaft auf körperlicher (Sprecherziehung, Gesangspädagogik, Alexandertechnik, Focusing u. a.) und/oder auf seelischer Ebene (Methoden der Gestalttherapie, Rollenspiele, lösende Sätze etc.) (Hierzu s. auch "Methoden" unter Seminarleiter). Durch regelmäßiges Praktizieren dieser Übungen im Alltag kann das im Kurs Erfahrene vertieft und verankert werden. Diese ersten Schritte auf dem „Weg der Stimme“ helfen, Altes, Beengendes wahrzunehmen und loszulassen. Neues, Heilendes kann empfangen werden und einen tiefen Impuls von Lebensenergie geben. Lange Erstarrtes kann wieder ins Leben integriert werden und für den spontanen Persönlichkeitsausdruck zur Verfügung stehen. Stimme ist das Medium des Kontaktes. Doch nur wenn ein Mensch in gutem Kontakt mit sich selbst ist und dem, woraus er lebt, kann die Stimme seine Bedürfnisse adäquat ausdrücken und Sprachrohr für die Körper/Seele-Einheit sein. Ist sie fähig zum Ausdruck von echten Gefühlen und Bedürfnissen und vermittelt sie, was der Mensch braucht, kann auch nach Außen hin wirklicher Kontakt und erfüllte Beziehung entstehen. Ein exzellentes Mittel, den Kontakt mit sich selbst und den eigenen Kraftquellen zu vertiefen, ist die buddhistische Zen-Meditation, die einen weiteren Seminarbaustein bildet. Auf physischer Ebene wirkt sie auf die Aufrichtung des Körpers und den freien, tiefen Atem- und Energiefluss. Auf geistig-seelischer Ebene fördert sie Selbsterfahrung und Bewusst-Sein in der Gegenwart. Sie öffnet den Zugang zu dem, woraus ich lebe, wie auch immer ich dies erlebe und beschreibe - in einem rein erfahrungsorientierten, konfessionell nicht gebundenen Sinn. Darauf aufbauend wird in einer Phantasiereise das Erfahren der „inneren Stimme“ möglich, dem sprechenden Quell unserer eigenen inneren Weisheit. Gruppenübungen zu Atem, Körper- und Stimmgebrauch bieten einen Raum, das in den Einzelarbeiten Erfahrene sofort zu praktizieren – ebenso wie das gemeinsame Singen von einfachen Liedern (Taizé-Lieder, Lieder der Weltkulturen). Ganz gleich, mit welcher Motivation die Teilnehmer den Kurs besuchen – seien es konkrete Stimmprobleme im Beruf oder allgemeines Interesse an Stimme und Persönlichkeitsentwicklung: Die Arbeit sowohl auf innerer wie äußerer Ebene lässt die Teilnehmer eine vertiefte Durchlässigkeit in Bezug auf das Thema Stimme erfahren. Es ist ihnen möglich, sich zu „aktualisieren“, stimmliche Altlasten und Blockaden loszulassen und sich neu anzuschließen an ihre eigentliche Kraft. Alle wesentlichen Facetten des Themas Stimme erfahren so Impulse von Kraft und Heilung. Stimmliches Selbst-Bewusstsein und Ausdrucksfähigkeit vergrößern sich, Sprechen und Singen können stimmiger, authentischer und lebendiger werden.

 
2. „Die eigene Stimme finden“ - Stimmpraxis Singen und Sprechen

Den eigenen, authentischen Stimmklang erfahren. Spielerisch die Stimme ausprobieren und in Resonanz mit anderen zu ihrer ganzen Fülle und Kraft finden. Der Kurs bietet einen geschützten Raum, sich stimmlich einmal anders zu erfahren. Gemeinsam werden wir unsere Sing- und Sprechstimmen zum Klingen bringen, den Reichtum unserer Persönlichkeit über die Stimme entfalten und uns an ihm erfreuen. In Einzel- und Gruppenrbeit geschieht die Öffnung und Befreiung des eigenen Stimmpotenzials. Für Menschen, die die Fülle ihrer Stimme entdecken und ihre bisherigen Stimmgrenzen und ihr Ausdrucksspektrum erweitern wollen. Stimm-, Atem- und Körperübungen, Gruppenarbeit, Einzelarbeit an Sing- oder Sprechstimme, Selbsterfahrung, Zen-Meditation, Phantasiereise und Gesang, leichte internationale Lieder und Kanons (Talent und Notenkenntnisse nicht erforderlich). Bitte eine Decke sowie für die Einzelarbeit ein einfaches Lied oder einen Text (z.B. Lieblingsgedicht) mitbringen.


Betrachtet man den Stimmgebrauch von Kindern, ist man verblüfft über ihre Ungezwungenheit und Ausdrucksvielfalt: sie rufen, flüstern, weinen, lachen, singen, ahmen Tierstimmen und Geräusche jeder Art nach. Die Stimme scheint ein zentrales Medium zum Ausdruck ihrer Lebendigkeit zu sein. Kinder erfahren nachahmend die Klänge ihrer Welt und der „Mitspieler“ darin: ihre Eltern und Geschwister, andere vertraute Personen, Tiere, Naturgeräusche usw. Beim allmählichen akustischen Be-Greifen der Welt fällt der Stimme eine besondere Rolle zu. Wird ihnen ein freier Stimmgebrauch vorgelebt und erlaubt, können Kinder sich selbst und Andere als klingendes Wesen erfahren. Das, was in ihnen ist, mit aller Kraft und Subjektivität äußern zu dürfen und damit wahr- und angenommen zu werden, bedeutet dann glückenden Kontakt mit der Welt und legt ein sicheres Fundament von Urvertrauen. In einer ausdrucksfeindlichen Umgebung hingegen geschieht das Gegenteil. Kinder übernehmen unbewusst die ihnen vorgelebten Stimm-Rollen und identifizieren sich mit ihren Vorbildern. Sie lernen schnell, sich stimmlich in ihr Familien- oder Herkunftssystemsystem einzuordnen. Ausdruckshemmungen, Gebote und Verbote, Erfahrungen von Scham oder gar traumatische Erlebnisse verändern den ursprünglich freien Stimmgebrauch und legen sich wie Fesseln auf ihre Stimme. Kommen dann im Laufe des Lebens negative Rückmeldungen hinzu - wie etwa: „Halt besser den Mund, Du kannst nicht singen…!“ -, kann es geschehen, dass sich die Fesseln verfestigen und die eigene Stimme als etwas Fremdes oder gar von der eigenen Persönlichkeit Getrenntes erlebt wird. Dies kann sich im Erwachsenenalter als hörbare Stimmkrankheit manifestieren, die dazu zwingt, sich mit der eigenen Stimme intensiver zu befassen. Es kann sich aber ebenso in einem diffusen Gefühl von stimmlicher Entfremdung und Sehnsucht äußern. Man spürt, dass die Stimme, die man zu gebrauchen gewohnt ist, nicht „alles“ ist, dass da irgendwo etwas schlummert, was noch nicht erschlossen und im täglichen Stimmgebrauch verfügbar ist. Nicht selten führen alte gewohnheitsmäßige Stimmmuster oder später erworbene Vorstellungen davon, wie meine Stimme zu klingen oder nicht zu klingen hat, dabei einen regelrechten Kampf gegen den eigentlichen, wahren Stimmklang – was mit körperlichen Verspannungen und seelischen Blockaden einhergeht.

„Die eigene Stimme finden“ setzt nun genau dort an: In einem geschützten Raum, in dem es zunächst einmal kein Richtig und Falsch gibt, und in einer Gruppe von Gleichgesinnten ist es möglich, seine Stimme einmal ganz anders als gewohnt zu gebrauchen. Durch Bewegungsübungen zu Atem, Körperhaltung und Stimmgebrauch, freies Tönen und Stimmimprovisationen bringen wir uns selbst bewusst aus unseren gewohnten Mustern heraus und wecken stimmliche Entdeckerlust und Ausdrucksfreude. Wir machen bislang Ungehörtes hörbar, loten die Spannbreite unserer Stimmen aus und erproben selbst ihre feinsten Nuancen. Singen oder künstlerisch gestaltetes Sprechen ist ein ideales Medium, die eigene, eigentliche Stimme herauszulocken. Jeder Teilnehmer hat im Seminarverlauf Gelegenheit, anhand eines mitgebrachten Liedes oder Textes an Öffnung und Befreiung des eigenen Stimmpotenzials zu arbeiten. Er erhält exakte Impulse und Übungen auf seinem individuellen Stand der Stimmentwicklung, so dass er das im Kurs Erreichte zuhause vertiefen und in seinen alltäglichen Stimmgebrauch integrieren kann. Die Hilfestellungen des Kursleiters können Übungen aus dem klassischen Gesangs- oder Sprachunterricht sein, Methoden von Atem- und Körperarbeit (Alexandertechnik, Focusing) oder gestalttherapeutische Übungenn, die helfen, innere Blockaden loszulassen – je nach Bereitschaft und Interesse der Teilnehmer. In der Gruppe vor Anderen künstlerisch zu sprechen oder zu singen ist für die Wenigsten eine bekannte Erfahrung. Oft ist das Singen vor einer Gruppe eine echte Premiere. Der Mut, den man hier „investiert“, zahlt sich jedoch in der Regel um ein Vielfaches aus. Seiner eigenen stimmlichen Echtheit und Fülle zu begegnen und sich selbst so zu hören und zu erleben, wie man es vielleicht nie für möglich hielt, ist etwas zutiefst Beglückendes und Heilsames. Nicht selten wird dies als regelrechte „Stimmgeburt“ erfahren und ist für alle Beteiligten ein berührendes Geschenk. Es wirkt sich verblüffend auf die Lebendigkeit des gesamten Menschen aus, der nicht nur einen erweiterten Stimmgebrauch, sondern einen neuen „Ausdruckskanal“ für sich gewonnen hat. Bislang verborgene Anteile seiner Persönlichkeit beginnen aufzuleben, seine seelische Resonanzfähigkeit nimmt zu. Hier ist spürbar, dass Stimmpotenzial immer auch ein Stück Lebenspotenzial ist. Diese Erfahrung ist auf jedem Stand der Stimmentwicklung möglich, vom Anfänger über den ambitionierten Chorsänger bis zum Stimmprofi. In gemeinsamem Singen von leichten internationalen Liedern und Kanons (Taizé-Lieder, spirituelle und weltliche Lieder der Weltkulturen) kann das Erreichte sofort angewendet und erweitert werden. Eine geleitete Phantasiereise bringt die Teilnehmer auf der Seelenebene in Kontakt mit ihrer ursprünglichen Ausdrucksfähigkeit. Die Abschnitte von Zen-Meditation vertiefen den Kontakt zum eigenen Selbst und bieten Raum zum Finden neuer Kraftquellen. Das Seminar bietet einen Raum, seiner eigenen ursprünglichen stimmlichen Ausdruckskraft und Bewegungsfreiheit zu begegnen. Es ist eine intensive, abwechslungs-reiche Erfahrung für Menschen auf dem Weg zu mehr Fülle, Freude und Lebensqualität.

 

3. „Stimme darüber hinaus…“ – freier Stimmgebrauch und heilendes Singen

Der freie Gebrauch der Stimme gestaltet  unsere persönliche und die gesamte Welt mit Impulsen von Befreiung, Heilung und Wachstum. Wir betreten neue Räume des Selbstausdrucks, wagen es, uns der Stimme als Ausdrucksmedium ganz anzuvertrauen und immer freier, mutiger und wahrer mit ihr umzugehen. Wir finden unsere eigene spirituelle Spur und inneren Kraftquellen und schicken ihre Energien in die Welt. Erdungslieder, freies Tönen von Kraftwörtern, Mantren und Stimmimprovisation wecken unser kreatives Potential und öffnen uns für die spirituelle Dimension von Gesang, in der "es" singen kann. Wir üben wir uns in der uralten Praxis des heilenden Singens, lernen, uns tief aufeinander ein zu-stimmen und uns gegenseitig intuitiv zu be-singen, mit Klängen, die unsere Seelen nähren. Singen leichter internationaler Lieder und Mantren (Notenkenntnisse nicht erforderlich), freies Singen, Selbsterfahrung, Zen-Meditation, Gruppen- und Paarübungen. Bitte eine Decke mitbringen.

Der Mensch ist ein klingendes Wesen. In jedem von uns lebt eine schöpferische und empfangende Seele, die ein Urbedürfnis hat, sich mitzuteilen. Es gibt wohl niemanden, der in seinem Leben noch niemals spontan aus Lebenslust gesungen, getönt oder gejauchzt - oder vor innerer Erregung gejammert, geseufzt oder gestöhnt hat. Wenn die Seele lebt, klingt sie - und sie achtet dabei nicht auf die Art und Weise dieses Klingens, auf technische Perfektion oder ein vorzeigbares Ergebnis. Hingegeben an den Moment des „Überfließens“ von innerem Leben sind wir frei von Kontrolle und jenseits von Scham und eigenem Wollen. „Es“ tönt aus uns heraus, wir sind nichts als ein klingendes Instrument für Leben, das sich durch uns vollzieht.

„Stimme darüber hinaus...“ folgt diesem Klingen in einer dreifachen Bewegung:
1. Wir öffnen uns dafür, uns der Stimme als Ausdrucksmedium ganz anzuvertrauen. Wir lassen uns von ihr berichten, was in unserem Innern vor sich geht. Um Zugang zu unserem inneren Klang zu bekommen, üben wir, nach innen zu horchen. Alles, was wir dort finden, ist richtig, auch wenn es vermeintlich wenig, unspektakulär oder unharmonisch scheint. Wir trauen uns, ganz ungewohnte Laute erklingen zu lassen. Die geleitete und freie Stimmimprovisation erlaubt uns, mit unserem Seelenklang und den Klängen der Anderen zu spielen. Wir sind kreativ wie Jazzmusiker, improvisieren gemeinsam und lassen bei jedem Mal etwas Neues, Einzigartiges entstehen. Wir verschmelzen zu einem einzigen, großen Instrument, in dem jeder ein Teil des Schaffensprozesses ist, ganz gleich, wie viel oder wie wenig er einbringen mag. Körperarbeit, Bewegungs- und Selbsterfahrungsübungen aus der Gestaltarbeit helfen, uns gut zu verankern und als Instrument durchlässig werden. Den freien Gebrauch der Stimme unterstützt das gemeinsame Singen einfacher Gesänge der spirituellen Traditionen der Weltreligionen. Wir teilen die Freude daran und geben sie an Andere weiter.    
2. Wir nehmen Kontakt auf mit der Quelle, aus der wir leben und finden unsere persönliche spirituelle Spur. Die Symbolarbeit von Phillis Krystal, die Zen-Meditation und das Singen von Kraftwörtern und Mantren helfen uns dabei. Stimm-Improvisationen zu den fünf Elementen öffnen uns für die Erfahrung der grundlegenden Erscheinungsformen von Leben, mit denen wir als Kind meist so vertraut waren, die wir im Erwachsenenalter aber oft kaum noch wahrnehmen. Wir schließen uns an unser höchstes Bewusstsein an, ganz gleich, mit welchem Namen wir es nennen, und laden es ein, mit und durch uns zu singen. Unsere Ganzheit wie unsere wunden Stellen werden wir zu Gesang machen, unsere höchste Erfüllung wie unsere tiefste Sehnsucht. Wir folgen unseren Träumen, vielleicht werden sie Erfüllung finden.
3. Wir gebrauchen unsere Stimmen als Heilinstrument. Nicht erst nach den Forschungen des Japaners Masaru Emoto, der die Wirkung von Klängen auf die Kristallstruktur von Wasser belegt hat, wissen wir, dass Klänge, insbesondere die der menschlichen Stimme, harmonisierende und heilende Wirkung besitzen. In den Kulturen vieler Naturvölker war der Heiler, Medizinmann oder Schamane zugleich auch Sänger und Musiker. Er sammelte Rituallieder und bewahrte die höchste geistige Essenz der Stammeskulturen. Seine Heilbehandlungen waren eng mit Gesängen und Tänzen verbunden. In unserer europäischen Kultur gibt es die Figur des Orpheus, des mythischen Sängers, dessen Gesang die wilden Tiere und das Meer beruhigte und selbst die Felsen zum Weinen brachte. Frei fließendes Singen und Tönen hat eine ursprüngliche Kraft und Anziehung, die jeder spürt, der zum ersten Mal damit in Berührung kommt. Wir besingen und betönen uns gegenseitig, paarweise und in Gruppen. Wir stimmen uns intensiv aufeinander ein und lassen uns von unserer Intuition leiten, welche Klänge, Worte oder Rhythmen wir brauchen, um Heilimpulse zu erhalten. Die Klanggebilde, die dabei entstehen, sind von großem Reiz, spontan und lebendig, gesungen von Seele zu Seele, von Herz zu Herz. Sowohl Geber wie Empfänger können einem Raum von tiefer Stille und Geborgenheit erfahren, der uns weit über diese Erfahrung hinaus trägt, verbindet und wachsen lässt.

In diesem Abschlußseminar von „Den Weg der Stimme gehen..." üben wir, uns der Quelle anzunähern, aus der Gesang und Stimmausdruck durch uns hindurch von alleine strömt. Die inneren Saiten unserer Persönlichkeit werden neu gestimmt und kommen durch das intuitive Singen kraftvoll in Schwingung. Da wir mit dem singen, was uns im Leben am tiefsten berührt, können wir auch Andere berühren und auf einer tiefen, nonverbalen Ebene mit ihnen in Kontakt treten. Wir merken, dass wir den freien Klang mit seiner großen Energie und Heilkraft nicht selbst „machen“ können.  Es gilt nur, „aus dem Weg zu gehen“ und eigenes Wollen und Nicht-Wollen beiseite zu lassen. Das Seminar „Stimme darüber hinaus...“ bietet einen Raum, die eigene Kreativität und Schaffenskraft zu befreien, Licht an unsere dunklen Stellen zu lassen und Heilung und Lebensimpulse zu geben und zu empfangen. Dies geschieht durch das ursprünglichste und eines der machtvollsten Instrumente, die uns zur Verfügung stehen: unsere eigene Stimme. Der Satz des indischen Lehrers Sathya Sai Baba beschreibt, was Abschluß und Perspektive des 'Weges der Stimme' sein kann: „Du musst die göttliche Flöte in Seinen Händen werden. Lasse den Atem Deines geliebten Herrn durch Dich fließen, entzückende Musik spielend, die die Herzen dahin schmelzen lässt. Übergib dich Ihm, werde hohl - egolos und wunschlos. Dann wird Er Selbst kommen und dich zärtlich aufnehmen, und dich, die Flöte, an Seine Lippen führen und Seinen süßen Atem durch dich blasen. Erlaube Ihm, zu spielen, welches Lied auch immer Er mag.“

 

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